Wissenswertes über Waxprint Stoffe aus Afrika
Afrikanische (Holland) Waxprints oder Waxstoffe sind in Afrika, vor allem in Westafrika, allgegenwärtig. Ihre großzügigen Muster und intensiven Farben sind ein absoluter Blickfang in den Straßen und auf den Märkten Afrikas.
Herstellung der Waxprint Stoffe
Ein Erkennungsmerkmal dieser Stoffe ist das “durchgedruckte Muster” d.h. das Muster ist auf Vorder- und Rückseite gleich erkennbar. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass Waxprints eine Wachsbeschichtung aufweisen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Der Name Waxprints begründet sich im ursprünglichen Produktionsprozess der Textilien: Dem Batikdruck. Die Batik-Technik kommt ursprünglich aus Indonesien und steht für eine Reservefärbetechnik.
Es wird sogenanntes Reservematerial wie Wachs, Harz oder Stärke auf den Stoff aufgebracht, so dass diese Bereiche des Stoffs im anschliessenden Färbeprozess geschützt sind und nach Auswaschen und Entfernen des Reservematerials, das aufgetragene Muster heller oder in der ursprünglichen Farbe des Stoffs erscheint. Bei mehrfarbigen Waxprints ist der Druck also ein aufwändiger Prozess von bis zu 25 Arbeitsschritten – dabei erfolgen die Schritte Auftragen – Färben – Auswaschen immer im Wechsel. Neben diesen “echten” Waxprints haben sich auch die sogenannten “Fancy” oder “Java Prints” durchgesetzt. Hier sind die Muster einseitig aufgestempelt und daher in der Produktion deutlich weniger aufwendig und günstiger.
Man ist was man trägt
Die Muster der Gewänder werden von afrikanischen Frauen mit Bedacht gewählt. Was für uns einfach auffällig schön und bunt ist, ist für die afrikanischen Frauen ein Zeichen ihrer Rolle in der Gesellschaft. Die Muster transportieren visuelle Botschaften über Status, Zugehörigkeit und Befindlichkeiten.
Beispiele: Ein mit Rechtecken strukturierter Stoff in Ultramarin, Bordeaux und Weiss heisse «Wenn du heiraten willst, frage». In polygamen Ehen würden Gattinnen gern einen Stoff tragen, der heisst «Ich renne schneller als meine Rivalin».
Geschichte der Waxprint Stoffe
Im späten 16. Jahrhundert brachten die Holländer die javanesische Batik nach Europa. Holländische Produzenten begannen die Waxstoffe um 1880 zu produzieren. Sie entwickelten eigene Designs, eine spezielle Ausrüstung sowie Farben und Techniken für eine industrialisierte Version der indonesischen Batikstoffe. Der Verkauf erfolgte in ihren Kolonien in Westafrika.
Wie viele andere Industrien ist auch die Textilindustrie von der Globalisierung und der Nachhahmung/Fälschung von Produkten – meist aus China stark betroffen. Chinesen übernehmen sogar Textilproduktionen in Ghana und Togo. Die Arbeitsbedingungen sind hier jenseits von internationalen Standards. Die Armut der Menschen vor Ort lässt aber diese Industrie weiter wachsen. Die teuren Originale der holländischen Firmen sind zwar weiterhin äusserst begehrt, da sowohl Stoffqualität wie auch Druck deutlich besser sind.
Lesetips:
- Stoffhandel in Afrika ist Frauensache - Erfolg hat viele Muster
http://www.annabelle.ch/leben/karriere/stoffhandel-westafrika-erfolg-hat-viele-muster-20708 - Glarner Textilfirma produziert für afrikanischen Markt
http://www.nzz.ch/panorama/bunte-tuecher-fuer-die-ganze-welt-1.18378966 - St. Galler Textilfirma – Kleider für Afrika’s Oberschicht
http://www.nzz.ch/wirtschaft/kleider-fuer-afrikas-oberschicht-1.18390389
Ausgefallene und besondere Wax Prints, die unter die Haut gehen
Die Geschichte des afrikanischen Waxprints ist interessant. Ursprünglich stammt diese Drucktechnik aus Indonesien. Mitarbeiter der niederländischen East-India-Gesellschaft haben diese dort entdeckt. Und dann gibt es mehrere Varianten der Geschichte: Sie haben die Stoffe mit nach Holland genommen, wo man die Technik mit Maschinen umgesetzt hat, um sie wieder in Indonesien zu verkaufen, aber auf dem Weg nach Indonesien liegt Afrika und dort fanden diese farbenfrohen und großgemusterten Stoffe riesigen Anklang, so dass diese Stoffe in Holland nicht für Indonesien, wie ursprünglich geplant, sondern für den afrikanischen Markt produziert wurden. Die Waxprint/Batik-Technik wird auch in Handarbeit noch in Afrika hergestellt, wie z.B. Tansania.
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Um die Geschichte der Waxprint Stoffe zu verstehen, hilft ein genauer Blick auf das Herstellungsverfahren sowie die designtechnischen Feinheiten. Bei Wax Prints handelt es sich um großzügig, traditionelle afrikanische Muster, die im namensgebenden Waxprint-Verfahren durchgedruckt oder per Javaprint aufgestempelt werden. Die großzügigen, geometrischen oder zarten Muster werden auf die gewebten Stoffe gedruckt. Im Anschluss werden die Stoffe gefärbt, sodass die Farben von den Waschschablonen abperlen. Nach dem Entfernen der Schablonen erhält man einen einzigartigen und auffälligen Waxprint Stoff, der auf beiden Seiten gleichmäßig bedruckt ist.
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